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Allgemeine Informationen zum Doktoratsstudium Mathematik

Studienkennzahl A 091 405 (auslaufend, kann nicht mehr begonnen werden)

Das Doktoratsstudium dient zur Erweiterung der mathematischen Kenntnisse bis auf ein Niveau, das eigenständige wissenschaftliche Arbeit ermöglicht. Die Regelstudiendauer beträgt 4 Semester. Der Studienplan für das Doktoratsstudium ist derzeit für den gesamten Bereich der Naturwissenschaften einheitlich.


Die entscheidende Aufgabe im Doktoratsstudium ist die Abfassung der Dissertation. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Dissertationen neue wissenschaftliche Resultate enthalten muss. Daher ist natürlich die Wahl des Betreuers und des Themas von entscheidender Bedeutung. Daneben sind während des Doktoratsstudiums 12 Stunden an Lehrveranstaltungen zu absolvieren. Die Auswahl dieser Lehrveranstaltungen sollte von dem Studierenden in Absprache mit dem Betreuer der Dissertation getroffen werden, es sind aber einige Regeln zu beachten. Die Dissertation wird von zwei Begutachtern bewertet. Am Ende des Studiums steht dann eine Defensio, also eine Verteidigung der Dissertation mit anschließender Prüfung durch einen Prüfungssenat.

Im Bereich der Mathematik ist es oft möglich während des Doktoratsstudiums finanzielle Unterstützung zu erhalten. Einerseits kann dies über ein Forschungsprojekt des/der BetreuerIn möglich sein. Eine Anstellung im Rahmen eines Forschungsprojekts wird über die Universität abgewickelt, also erhalten Studierende mit so einer Anstellung die Studiengebühren refundiert. Andererseits gibt es verschiedene Möglichkeiten für Doktoratsstipendien, siehe etwa die Seite http://international.univie.ac.at/de/portal/forschung/ der Universität Wien, insbesondere den Abschnitt über Nachwuchsförderung.

Betreuer und Thema der Dissertation

Der erste wichtige Schritt im Doktoratsstudium ist die Wahl eines Betreuers und (meist wohl schon gemeinsam mit dem Betreuer) eines Themas für die Dissertation.

Anmeldung des Dissertationsthemas: Laut Gesetz muss der Studierende nach der Zulassung zum Doktoratsstudium innerhalb eines Jahres den Betreuer und einen Arbeitstitel für die Dissertation bekannt geben. (Eine Nichteinhaltung dieser Frist hat keine Konsequenzen, es ist aber für die Fakultät wichtig - und auch im Interesse des Studierenden - diese Information frühzeitig zu erhalten.) Dazu gibt es ein Formular, das ausgefüllt und vom Betreuer unterschrieben wird. Zusätzlich ist ein Expose vorzulegen (formlos oder auf Formular), indem die Zielrichtung der Dissertation kurz erläutert wird. Der/die Studierende muss weiters die Kenntissname der Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis durch eine Unterschrift auf einem weiteren Formular bestätigen. (Zu diesem Thema gibt es ein Informationsblatt, weitere Informationen zu diesem Thema sind im StudienServiceCenter erhältlich.)

Die unterschriebenen Formulare werden im StudienServiceCenter. Die Unterschriften von Dekan und SPL werden durch das StudienServiceCenter besorgt. Das angegebene Thema (und auch der/die BetreuerIn) sind nicht bindend, eventuelle Änderungen bitte unbedingt im SSC bekannt geben.  

Die "12 Stunden"

Laut Studienplan sind während des Doktoratsstudiums Lehrveranstaltungen im Ausmaß von 12 Wochenstunden zu absolvieren. Für diese Lehrveranstaltungen müssen Zeugnisse vorgelegt werden. Hierbei ist zu beachten, das eine Prüfung über eine Lehrveranstaltung nur dann abgelegt werden kann, wenn der/die Studierende sowohl für das Semester der Prüfung als auch für jenes Semester, in dem die Lehrveranstaltung stattgefunden hat, gültig das Doktoratsstudium inskribiert ist bzw. war.
Für die Auswahl der Lehrveranstaltungen wurden zwei von der früheren Studienkommission für das Doktoratsstudium der Naturwissenschaften beschlossene Einschränkungen übernommen:

  • Maximal 4 Stunden beim Betreuer der Dissertation (bis zu 6 Stunden, wenn der Betreuer nur Mitveranstalter ist).
  • Maximal 6 Stunden Seminare und Privatissima.

Ich würde empfehlen, eine Auswahl von sinnvollen Lehrveranstaltungen gemeinsam mit dem Betreuer der Dissertation zu treffen. Weiters würde ich empfehlen, während des Doktorratsstudiums neben der unvermeidlichen Spezialisierung auf das Umfeld der Dissertation auch die "mathematische Allgemeinbildung" nicht zu kurz kommen zu lassen. 

Die Dissertation

Die Dissertation muss nach den gesetzlichen Vorgaben neue, eigenständige wissenschaftliche Resultate enthalten. Bezüglich Stil und Länge der Dissertation gibt es keine fixen Regeln (außer, dass die Dissertation den allgemeinen Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit im Dissertationsgebiet entsprechen muss), primärer Ansprechpartner ist natürlich der Betreuer. Der wichtigste Punkt ist aber die Qualität der Arbeit. Zur Gestaltung der Titelseite gibt es ein Informationsblatt und ein Musterdeckblatt (in Word).

Begutachtung der Dissertation

Die Dissertation wird unabhängig von zwei Gutachtern bewertet. Zur Auswahl der Gutachter gibt zunächst der/die Studierende ein Formular mit einem Dreiervorschlag im StudienServiceCenter ab. Dabei sind folgende Regeln zu beachten:

  • Der Betreuer der Dissertation ist nicht Begutachter.
  • Die Gutachter sollen "verschiedenen Einrichtungen" angehören, d.h. auswärtige Gutachter sind sehr erwünscht.
    Mindestens einer der beiden Begutachter muss bei der Defensio anwesend sein (besser beide).
  • Der Dreiervorschlag wird dann der Studienprogrammleitung zur Stellungnahme vorgelegt, die endgültige Entscheidung trifft der/die Studienpräses.

Dem Dreiervorschlag ist auch ein Abstract der Dissertation beizulegen (formlos oder mit Formular). In der Praxis wird der Vorschlag wohl in Abstimmung mit dem Betreuer der Dissertation erstellt werden. Es ist sicher empfehlenswert, potentielle Begutachter im Vorhinein zu kontaktieren, um Zeitverzögerungen zu vermeiden und um die Möglichkeit einer Teilnahme an der Defensio abzuklären.

Da die Begutachter beim elektronischen Hochladen der Dissertation bereits angegeben werden müssen ist es empfehlenswert, den Vorschlag für die Begutachter schon einzugereichen, wenn der Abschluss der Dissertation absehbar ist, damit Zeitverzögerungen vermieden werden.

Der Abschluss des Studiums

Zum Abschluss des Studiums (der nur mit gültiger Inskription möglich ist) muss zunächst der Prüfungspass vollständig ausgefüllt und vom Studienprogrammleiter unterschrieben werden. Dazu sind die Lehrveranstaltungen einzutragen, mit denen die 12 Stunden absolviert wurden. Die Eintragungen werden vom Studienprogrammleiter bestätigt, der Prüfungspass wird abgezeichnet und intern in das SSC weitergeleitet. 

Seit 4. August 2008 ist für Dissertationen im Bereiche der SPL Mathematik eine elektronische Plagiatsprüfung verpflichtend vorgeschrieben. Dazu muss die Dissertation vor der Einreichung der gebundenen Versionen elektronisch in  PDF-Format hochgeladen werden (dabei muss die gesamte Arbeit in einem File vorliegen). Ein ausführliches Informationsblatt dazu findet sich hier. Die Bestätigung über die erfolgte Hochladung muss bei der Einreichung der gedruckten Versionen vorgelegt werden.

Bei der Einreichung sind  3 gebundenen Exemplare der Dissertation (mit eingebundnem Lebenlsauf), ein zusätzlicher unterschriebener Lebenslauf, das Einreichungsformular  und einige weiter Unterlagen im StudienServiceCenter abzugeben. Die Verständigung der Gutachter erfolgt durch das StudienServiceCenter.
Nach Einlagen der positiven Gutachten über die Dissertation wird der/die Studierende verständigt. Als nächster Schritt muss ein Termin für die Defensio festgelegt werden, wobei der Termin frühestens 14 Tage nach der Verständigung sein sollte. Im Regelfall sollten bei der Defensio als Prüfungssenat der Betreuer, die beiden Begutachter, und der Studienprogrammleiter anwesend sein. Nötigenfalls kann der Studienprogrammleiter auch einen Ersatz für einen der beiden Begutachter bestimmen und/oder den Vorsitz delegieren. Es obliegt dem/der KandidatIn, die Termine mit den Beteiligten zu koordinieren. Dieser Termin wird dann mit einem Anmeldeformular im StudienServiceCenter bekannt gegeben, das das Prüfungsprotokoll ausstellt und die Prüfer einlädt.

Im Falle von Begutachtern aus dem Ausland würde ich empfehlen, die Teilnahme an der Defensio mit einem (aus Drittmitteln finanzierten) Forschungsaufenthalt zu verbinden. Zusätzlich gibt es für die Anreise von Begutachtern zur Defensio ein Budget das von dem/der Studienpräses verwaltet wird. Sollen Mittel aus diesem Budget in Anspruch genommen werden, sprechen Sie das bitte zuvor mit dem Studienprogrammleiter ab.

Die Defensio

Die öffentliche Verteidigung der Dissertation stellt den letzten Schritt des Studiums dar. Die Defensio beginnt mit einem Vortrag des/der KandidatIn von mindestens 30 Minuten Länge. Anschließend können alle Anwesenden Fragen zu diesem Vortrag stellen. Den Abschluss der Defensio bildet eine längere Prüfung durch die Mitglieder des Prüfungssenats über den Inhalt der Dissertation und das wissenschaftliche Umfeld, die ebenfalls öffentlich ist.
Im Regelfall besteht der Prüfungssenat aus dem/der BetreuerIn, den beiden BegutachterInnen und dem/der StudienprogrammleiterIn. Falls erforderlich kann der/die StudienprogrammleiterIn die Zusammensetzung ändern. Das Prüfungsprotokoll mit dem Ergebnis der Defensio wird intern an das Prüfungsreferat weitergeleitet, der/die KandidatIn erhält ein Merkblatt, in dem die Verbleibenden Schritte bis zur Promotion beschrieben sind.

Achtung: Wenn Sie eine Promotion sub auspiciis praesidentis anstreben, geben Sie dies bitte dem Vorsitzenden des Prüfungssenats nach der Defensio bekannt. Solche Promotionen müssen vom StudienServiceCenter anders gehandhabt werden.

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